PDF/X-Joboptionen fr Adobe Acrobat Distiller
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Um die Erzeugung von PDF/X-Dateien mit Adobe Acrobat Distiller
zu erleichtern, hat eine Arbeitsgruppe der European Color
Initiative (http://www.eci.org) unter Leitung von Stephan
Jaeggi, PrePress-Consulting Basel/Schweiz, Joboptionen fr
Distiller 4.05 und 5.0x erarbeitet.

Die Einstellungen sind eher konservativ gehalten. Das Ziel war,
mit diesen Einstellung bei normalen Eingabedaten gute
PDF-Dokumente erzeugen zu knnen, die den Anforderungen des
PDF/X-Standards (ISO 15930) entsprechen. Diese Joboptionen sind
nur als Vorschlag zu verstehen. Es ist nicht mglich, eine
Joboptions-Datei zu erstellen, die in allen Anwendungsfllen zu
optimalen Ergebnissen fhrt, da die Qualitt einerseits stark
von den Eingabedaten abhngt und andererseits von den
Mglichkeiten des Ausgabesystems (speziell dem PostScript-Level)
beeinflusst wird. Fr besondere Flle empfehen wir daher, diese
Joboptionen entsprechend zu modifizieren.

Zum besseren Verstndnis sind im folgenden einige der
berlegungen aufgefhrt, die zur Auswahl der vorgeschlagenen
Einstellungen gefhrt haben.

- Standard-Papierformat: 
Der Wert wurde auf das Maximum (200 Zoll = 508 cm) gesetzt,
damit man sofort merkt, wenn das Papierformat in den
Eingabedaten nicht definiert ist und dabei alle Seitenelemente
sichtbar bleiben.

- Neuberechnung fr Halbton-Bilder (Farbe, Graustufe):
Als Zielwert wurde 300 dpi gewhlt, was fr eine Rasterweite von
60 L/cm ausreichend ist. Bei feineren Rastern sollte eine hhere
Auslsung; fr Zeitungsseiten ein entsprechend kleinerer Wert
gewhlt werden. Die Neuberechnung erfolgt nur, wenn die
PostScript-Daten mindestens 50% mehr Auflung enthalten. Bei
besonders kritischen Bildern sollte man die Neuberechnung
komplett ausschalten.

- Neuberechnung fr Schwarzweiss-Bilder (Strich):
Hier wurde (nach langer Diskussion) mit 2400 dpi (fr
Auflsungen ber 3600 dpi) eine sehr vorsichtige Wahl getroffen,
da Schwarzweiss-Bilder neben normalen Strich-Abbildungen auch
Copydot-Bilder sein knnen, bei denen das Herunterrechnen der
Auflsung in der Regel zu einer sichtbaren Qualitts-
verschlechterung fhren kann. Dies drfte bei dieser Einstellung
allerdings nahezu ausgeschlossen sein, da einerseits Copydot-
Bilder in farbigen (composite) Seiten nur sehr selten vorkommen
und andererseits der Schwellwert fr das Herunterrechnen mit
3600 dpi sehr hoch angesetzt ist. (Falls derart grosse
Copydot-Daten verarbeitet werden mssen, sollte die
Neuberechnung ggf. deaktiviert werden.)

- Komprimmierung fr Halbton-Bilder (Farbe, Graustufe):
Die Qualitt wurde aus Sicherheitsberlegungen auf "Maximal"
eingestellt. Bei vielen Anwendertests hat sich bisher
herausgestellt, dass die Einstellung "Mittel" einen guten
Kompromiss zwischen Qualitt und Grsse ergibt. Bei ganz
kritischen Bildern sollte man die Komprimierung auf ZIP mit
8-Bit einstellen.

- Schrifteinbettung
Die PDF/X-Norm schreibt vor, dass alle Schriften zwingend
eingebettet werden mssen. Schriftuntergruppen sind nicht
aktiviert worden, da dadurch bei der Weiterverarbeitung der
PDF-Seiten Probleme entstehen knnten.

- Farbmanagement
Diese Distillereinstellungen sind fr einen CMYK-Arbeitsablauf
konzipiert, deshalb wird auf die Einbettung von ICC-Profilen
verzichtet. PDF/X-3 erlaubt auch ICC-basierende Farben, doch in
diesem Fall ist es entscheidend, dass die fr die betreffenden
Daten richtigen Profile zugewiesen werden.

- Transferkurven
Bei PDF/X sind Transfer-Kurven nicht erlaubt. In den Joboptionen
fr Distiller 4.05 mssen diese deshalb entfernt werden. Ab
Distiller 5.0x knnen Transferkurven hingegen eingerechnet
werden. (Dies ist brigens der einzige Punkt, indem sich die
PDF/X-Joboptions-Dateien fr Distiller 4.05 und Distiller 5.0x
unterscheiden.) Die Elimination der Transferkurven im Distiller
4.05 kann in gewissen Situationen zu unerwnschten Ergebnissen
fhren, deshalb empfehlen wir dringend, den Distiller 5.0x
einzusetzen.

- Farbverlufe zu weichen Nuancen konvertieren
Auf die Aktivierung dieser Einstellung wurde aus
Sicherheitsberlegungen verzichtet. Mit dieser Funktion knnen
im Distiller zusammengesetzte Verlaufskonstrukte aus
verschiedenen Anwendungen zu sogenannten "Smooth Shading"-
Objekten umgewandelt werden. Zur qualitativ einwandfreien
Ausgabe von solchen Elementen ist aber ein PostScript 3 RIP
erforderlich, da eine Rckwandlung in einen frheren
PostScript-Level oft problematisch ist. Anwender von PS3-RIPs
knnen diese Einstellung aber ohne Bedenken aktivieren.

N.B: Um die Joboptions-Datei fr vom Distiller berwachte Ordner
zu verwenden, zuerst den betreffenden Ordner ber "Hinzufgen"
zuweisen und die PDF/X-Joboptions-Datei ber "Einstell. laden"
einlesen.

